Informationen zu den aktuellen Impfprogrammen
FSME // Gürtelrose // Pneumokokken
Vergangenen Herbst wurde beschlossen, dass relativ teure, aber wichtige Impfungen teilweise zur Gänze von der Krankenversicherung übernommen werden! Die wichtigsten Informationen haben wir hier für Sie zusammengefasst.
FSME:
Die FSME (Frühsommermeningoencephalitis) ist eine hauptsächlich durch Zecken übertragene Viruserkrankung. Wie der Name übersetzt bedeutet, kann es nach einem Zeckenstich zu einer Hirnhautentzündung kommen, gegen die es bislang keine Medikamente gibt! Salopp ausgedrückt muss man bei Ausbruch der Erkrankung darauf hoffen, dass es zu keinen bleibenden Hirnschäden kommt. Zusätzlich zu FSME gibt es eine zweite häufig durch Zecken übertragene Krankheit, namens Borreliose. Die Impfung schützt nicht vor dieser Infektion, die mit der typischen „Wanderröte“ einhergeht!
Österreich – und insbesondere Oberösterreich – ist ein Hochrisikogebiet für FSME! Aufgrund der Klimaerwärmung kommen Zeckenstiche mittlerweile nahezu das ganze Jahr vor. Die Impfung ist ab einem Jahr zugelassen und wird von der Gruppenpraxis ausnahmslos für jeden und jede empfohlen!
Das Impfschema lautet:
- Grundimmunisierung aus drei Dosen innerhalb von 5 bis 12 Monaten
- erste Auffrischung nach 3 Jahren
- weitere Auffrischung alle 5 Jahre (ab 60 alle 3 Jahre)
Bei längerem Impfabstand oder Fragen zur Impfung nach einem Zeckenstich, wenden Sie sich bitte an die Gruppenpraxis Gaspoltshofen. Es besteht die Möglichkeit einer (kostenpflichtigen) Titerbestimmung aus dem Blut, diese wird von den Fachgesellschaften allerdings nur in Ausnahmefällen empfohlen.
Von Februar bis August zahlen die Krankenversicherungen einen Zuschuss zum Impfstoff!
Gürtelrose:
Die Gürtelrose (medizinisch Herpes zoster) ist eine Spätfolge einer durchgemachten Windpocken-Erkrankung (Varizellen). So gut wie jeder von uns ist als Kind an Windpocken erkrankt, sodass auch so gut wie jeder potentiell von Gürtelrose betroffen sein kann – das Lebenszeitrisiko wird mit 30% angegeben!
Gürtelrose geht mit einem typischen Ausschlag und leider oft starken Nerven-Schmerzen einher. Beim Verdacht einer Gürtelrose ist eine frühzeitige Vorstellung beim Arzt daher wichtig. Auch wenn die Gürtelrose behandelt werden kann, wird die Impfung für folgende Personen empfohlen:
- Menschen mit chronischen Krankheiten (Rheuma, Diabetes, Krebs…) ab 18 Jahren.
- Alle Erwachsene ab 60 Jahren.
- Besonders Risikopatienten, die bereits einmal eine Gürtelrose durchgemacht haben – diese kann jederzeit wieder ausbrechen!
Das Impfschema besteht aus zwei Impfungen im Abstand von mindestens 2 bis maximal 6 Monaten. Nach aktuellem Forschungsstand sollte keine Auffrischungsimpfung notwendig sein!
Pneumokokken:
Pneumokokken sind Bakterien die typischer Weise Lungenentzündungen verursachen (Pneumo bedeutet Lunge) und daher besonders gefährlich für Menschen mit Lungenerkrankungen! Zudem können aber auch Hirnhautentzündungen und andere Erkrankungen ausgelöst werden.
Nachdem es unterschiedliche Pneumokokken-Stämme gibt, kann man mehrfach erkranken. Die Impfung ist für gesunde Schulkinder und junge Erwachsene nicht notwendig, für folgende Personen ist sie jedoch empfohlen:
- Kinder (typischer Weise unter 2 Jahre) werden im Rahmen des Eltern-Kind-Passes geimpft.
- Alle Erwachsene ab 60 Jahren.
- Raucher ab 50 Jahren.
- Erwachsene mit chronischen Erkrankungen bereits ab 18 Jahren.
Das Impfschema für Erwachsene besteht in der Regel aus nur einer einzigen Impfung!
Zudem bestehen auch weitere kostenlose Impfprogramme (u.a. HPV bis 21, Auffrischung Keuchhusten (Pertussis) bis 15, Mumps-Masern-Röteln lebenslang). Weitere wichtige Impfungen wie FSME werden leider nicht von der Kasse übernommen, das ändert allerdings nichts an der definitiven Empfehlung!
Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei uns in der Ordination.